📢 Die wichtigste KI-Entwicklung der Woche
ChatGPT, Claude & Gemini – welche KI passt zu meinem Betrieb?
Jedes vierte KMU in Deutschland nutzt inzwischen KI – doppelt so viele wie noch 2023. Doch die meisten starten mit dem erstbesten Tool, das sie kennen: ChatGPT.
Das ist nicht falsch, aber auch nicht immer die beste Wahl.
Denn die drei großen KI-Assistenten haben sehr unterschiedliche Stärken.
Ein kurzer Überblick für die Praxis:
ChatGPT (OpenAI)
Der Allrounder. Gut für schnelle Textentwürfe, Brainstorming und kreative Aufgaben. Die größte Nutzerbasis, die meisten Integrationen, die bekannteste Marke. Ideal als Einstieg, wenn Sie KI zum ersten Mal ausprobieren. Schwäche: Bei langen, komplexen Dokumenten verliert er manchmal den Faden.
Claude (Anthropic)
Der Analytiker. Besonders stark bei der Verarbeitung langer Texte – Verträge, Berichte, Protokolle. Kann Dokumente mit über 100 Seiten auf einmal verarbeiten und zusammenfassen. Ideal für Geschäftsführer, die regelmäßig mit umfangreichen Unterlagen arbeiten. Bonus für technikaffine Teams: Claude kann auch Code schreiben, analysieren und erklären – praktisch, wenn Ihre IT-Abteilung Prozesse automatisieren will. Schwäche: Weniger Integrationen als ChatGPT.
Gemini (Google)
Der Vernetzte. Direkt in Google Workspace integriert – Gmail, Docs, Sheets, Drive. Wenn Ihr Unternehmen auf Google-Produkte setzt, kann Gemini Ihre E-Mails zusammenfassen, Tabellen analysieren und Präsentationen erstellen, ohne dass Sie Daten kopieren müssen. Schwäche: Bei kreativen Aufgaben hinter ChatGPT.
Meine Empfehlung für den Einstieg:
Starten Sie nicht mit der Frage "Welches Tool ist das beste?" – sondern mit "Welches Problem will ich lösen?" Für die meisten Mittelständler ist der konkreteste erste Anwendungsfall: E-Mails zusammenfassen, Angebote formulieren oder Besprechungsnotizen aufbereiten. Dafür reicht jedes der drei Tools. Testen Sie alle drei kostenlos und entscheiden Sie nach zwei Wochen, welches sich am natürlichsten in Ihren Arbeitsalltag einfügt.
🛠️ Tool der Woche: Perplexity
Was es ist: Eine KI-gestützte Suchmaschine, die Ihre Frage nicht mit einer Linkliste beantwortet, sondern mit einer zusammengefassten Antwort – inklusive Quellenangaben.
Warum es für Entscheider relevant ist: Stellen Sie sich vor, Sie wollen vor einem Strategiemeeting schnell wissen: "Wie entwickelt sich der Markt für industrielle Bildverarbeitung in Europa?" Bei Google bekommen Sie 50 Links. Bei Perplexity bekommen Sie eine strukturierte Antwort mit Quellen, die Sie direkt überprüfen können.
So nutzen Sie es: Gehen Sie auf perplexity.ai und stellen Sie eine Frage, für die Sie normalerweise 20 Minuten googeln würden. Zum Beispiel: "Welche staatlichen Förderprogramme gibt es 2026 für KI im Mittelstand?" Die kostenlose Version reicht für den Einstieg völlig aus.
💬 Prompt der Woche
Diesen Prompt können Sie direkt in ChatGPT, Claude oder Gemini einfügen:
Aufgabe: Du bist mein Geschäftsassistent. Fasse die folgende E-Mail in drei Sätzen zusammen: (1) Worum geht es? (2) Was wird von mir erwartet? (3) Bis wann muss ich reagieren? Falls kein Datum genannt wird, schreibe "Keine Frist erkennbar."
[E-Mail-Text hier einfügen]
Tipp: Speichern Sie diesen Prompt als Textbaustein auf Ihrem Handy. So haben Sie ihn immer griffbereit, wenn eine lange E-Mail reinkommt.
📊 Zahl der Woche
25 % – Jedes vierte KMU in Deutschland nutzt inzwischen KI-Technologien. 2023 waren es noch 11 %. Die Verdopplung innerhalb von zwei Jahren zeigt: Der Zug fährt. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann Sie einsteigen.
(Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn, Februar 2026)
🔬 Für Fortgeschrittene: Custom Instructions – Machen Sie KI zu Ihrem Assistenten
Sie haben ChatGPT, Claude oder Gemini ausprobiert und erste Ergebnisse bekommen. Gut. Aber vermutlich haben Sie jedes Mal neu erklärt, wer Sie sind, was Ihr Unternehmen macht und in welchem Ton Sie kommunizieren.
Das geht besser – mit Custom Instructions.
Was sind Custom Instructions?
Eine Funktion, mit der Sie dem KI-Tool einmalig sagen, wer Sie sind und wie es antworten soll. Danach berücksichtigt die KI diesen Kontext bei jeder Unterhaltung – ohne dass Sie es wiederholen müssen.
So richten Sie es ein (am Beispiel ChatGPT):
Gehen Sie auf Einstellungen → Personalisierung → Custom Instructions. Dort finden Sie zwei Felder:
Feld 1 – "Was soll ChatGPT über Sie wissen?"
Beispiel:
Ich bin Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens mit 120 Mitarbeitern in Süddeutschland. Ich kommuniziere hauptsächlich auf Deutsch. Meine typischen Aufgaben: Strategische Planung, Kundenkommunikation, interne Abstimmungen.
Feld 2 – "Wie soll ChatGPT antworten?"
Beispiel:
Antworte prägnant und praxisorientiert. Vermeide Fachjargon, wo es nicht nötig ist. Wenn ich nach einer E-Mail oder einem Text frage, schreibe im professionellen, aber nicht steifen Ton. Gib konkrete Empfehlungen statt allgemeiner Ratschläge.
Das Ergebnis: Statt generischer Antworten bekommen Sie Texte, die klingen, als kämen sie aus Ihrem Unternehmen. Die KI kennt Ihren Kontext und passt Tonfall, Detailtiefe und Branchenbezug automatisch an.
Bei Claude heißt die Funktion „Profil" (unter Einstellungen), bei Gemini finden Sie sie unter „Erweiterungen & Einstellungen".
Zeitaufwand: 5 Minuten einmalig. Ersparnis: bei jeder einzelnen Nutzung.
⚡ 3 Links, die sich lohnen
ChatGPT kostenlos testen → chat.openai.com
Claude kostenlos testen → claude.ai
Perplexity kostenlos testen → perplexity.ai
Bis nächsten Donnerstag – dann geht es um:
"5 Aufgaben, die Sie sofort an eine KI delegieren können."
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Herzliche Grüße,
Mark Langer
KI | Chefsache